Oral raus!

Schon vor seinem Amtsantritt beim Karlsruher SC war Tomas Oral in der Fangemeinde nicht sehr beliebt. Viele hätten ihn am liebsten schon entlassen, bevor das erste Spiel gespielt worden ist. 

Zum Einen war er bereits bei RB Leipzig unter Vertrag. Dem Verein, der im Moment die erste Bundesliga aufmischt und aufgrund seines Hauptsponsors - oder sollte man eher sagen: Eigentümers (?) - Red Bull, welcher Unmengen von Geld in einen schon totgeglaubten Verein schießt und somit die Wettbewerbsfähigkeit der anderen Vereine ziemlich schlecht aussehen lässt. Zum anderen war er beim FSV Frankfurt nicht sonderlich erfolgreich und gilt daher bei den KSC-Zuschauern als Abstiegstrainer. Viele der blau-weißen Anhänger sahen schon im Vorfeld eine schwierige Saison auf den KSC zukommen, welche dieser Trainer nicht bewältigen kann.

Die aktuelle Situation beim Karlsruher SC scheint das zu bestätigen. So konnte der KSC in den ersten zwölf Saisonspielen lediglich zwei Siege einfahren. Fünf Unentschieden und fünf Niederlagen, sowie ein schnelles Pokalausscheiden in der ersten Runde stehen dem gegenüber. Eine Bilanz, die nicht gerade glänzend ist und viele der Zuschauer in ihrer Ansicht bestätigt, dass Tomas Oral nicht der richtige Mann auf der Trainerbank des Zweitligisten ist.  

Das Verhalten der Fans ist in Teilen nachvollziehbar. 

Dass sich dann manche Fans darüber echauffieren, dass ihr heißgeliebter Verein weitestgehend erfolglos ist, scheint daher auch nachvollziehbar zu sein und es auch zu rechtfertigen, wie sich manche äußern. Dass man den Menschen Tomas Oral aber dann im Internet beleidigt und diffamiert, erinnert mich an die zurückliegende Saison. 

Da hatte der Karlsruher SC noch einen anderen Trainer, welchen viele zum Teufel jagen wollten. Markus Kauczinski leitete die sportlichen Geschicke unserer Kicker und war teilweise auch nicht sonderlich erfolgreich. So hatte er zum Beispiel letzte Saison zum zwölften Spieltag lediglich 15 Punkte eingefahren. Drei mehr, als der KSC in dieser Saison zum gleichen Zeitpunkt hat.

Viele von denen, welche Markus Kauczinski damals "den Dicken" nannten, haltlos über ihn herzogen und ihn im Internet beleidigten, rufen heute wieder nach genau diesem Mann, der unseren Verein jetzt nach oben bringen soll, nachdem er beim 1. FC Ingolstadt erfolglos entlassen wurde. 

Und hier stellt sich mir die Frage, was diese Kritiker eigentlch wollen. Wer das ganze Szenario schon einmal bewusst im Stadion mitverfolgt hat, der kann sich nur fragen, was diese Leute wirklich mit dem KSC am Hut haben. Da wird geschumpfen und gepfiffen. Gewütet und gelästert, dass man seinen Kindern - sollte man welche dabei haben - sicherheitshalber schon mal die Ohren zuhalten möchte, damit sie diese Fäkalausdrücke, die manchen über die Lippen kommen, nicht hören müssen. Ob sich diese Menschen zu Hause genauso unterhalten, möchte man da am besten gar nicht wissen. 

Geht es diesen Leuten überhapt noch darum, dass der KSC gewinnt und erfolgreich ist??

Viele von den Buhrufern und Schreihälsen ergötzen sich wohl eher daran, wenn einer der Spieler einen Fehler macht und der Trainer eine Einwechslung vornimmt, die Mancher nicht versteht. Aber nicht, weil er mehr Sachverstand als das Trainergespann hat, sondern weil er schlichtweg keine Ahnung hat, was sich hinter den Kulissen abspielt, wie sich jeder Spieler momentan fühlt und ob er sich in einem nicht selbst erkennenden Formtief befindet.

Neulich hatte ich eine Unterhaltung mit einem dieser sogenannten "Fans". Dieser meinte - den Trainer kritisierend - er solle die Mannschaft endlich einmal besser rannehmen und ihnen mehr abverlangen. Daraufhin stellte ich ihm die Frage, ob er eigentlich schon einmal bei einem Training unter Tomas Oral dabei war? Natürlich war er nicht. Er plapperte einfach alles nach, was irgendwelche Proleten raus hauen und denkt, weil er drei mal die Spieltaganalyse geschaut hat, ist er kompetenter als Trainerteam, Vorstand und Manager zusammen.

Und so ist es leider bei vielen Kritikern. Sie sehen hier ein Boot im Fahrwasser dümpeln, auf das sie aufspringen könne und sich dann daran ergötzen, eine Person zu diffamieren und zu erniedrigen, ohne das Fünkchen Sachverstand zu besitzen. Viele sind nicht in der Lage, einen zusammenhängenden Satz in´s Internet zu schreiben, ohne dass die Rechtschreibprüfung vor lachen zusammenbricht. Und wenn man schon einmal dabei ist, sich über den Trainer lustig zu machen, dann sollte man wenigstens dessen Namen richtig schreiben können! Tomas Oral heißt der Mann - ohne "h"!! Aber das haben diese selbsternannten Fußballexperten offensichtlich genauso übersehen, wie die Tatsache, dass man seine Mannschaft ordentlich unterstützt und ihnen den Rücken frei hält.

Würden die Anhänger des KSC sich endlich einmal mehr darauf konzentrieren, ihre Mannschaft zu pushen und nach vorne zu peitschen, dann wäre dem Verein sicherlich mehr geholfen. Dieses ganze Gemeckere und Gepfeife wäre mir persönlich zu anstrengend. Aber natürlich ist es viel einfacher das zu tun, was viele andere machen, anstatt sich selbst zu engagieren.

Wenn ich mal wieder im Block A1 stehe und zusehen muss, wie diese Eventzuschauer nicht ein einziges Mal in der Lage sind für die Mannschaft zu klatschen oder gar zu singen, weil sie die ganze Zeit damit beschäftigt sind zu lästern und zu mäkeln, dann frage ich mich, ob diese Leute nicht doch besser in Hoffenheim oder Leipzig aufgehoben wären, wo zwar erfolgreich Fußball gespielt wird, aber unter Bedingungen, die gerade diese Leute bemängeln. In Karlsruhe ist der Fußball dreckig und manchmal eben nicht schön, aber dafür ehrlich. Jeder, der die Klappe aufreißt und sich darüber beschwert, wie es in Karlsruhe abläuft, sollte sich mal selbst fragen, was er wirklich will. 

Nur mal so meine Meinung. Macht damit, was Ihr wollt ;-)

Herzliche Grüße

Euer Sepp

 

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