Terror und Amok

26.07.2016

Terror und Amok

 

Monatelang hat man uns davor gewarnt. Der Terror zieht ein in unsere schöne Republik. Und manche scheinen fast erleichtert aufzuatmen, dass wir jetzt endlich auch mal dran sind und nicht weiter übersehen werden. Innerhalb einer Woche wird dann auch das gesamte Repertoire abgedeckt: vom Amokläufer der wahllos Menschen erschießt über den klassischen Selbstmordattentäter, der sich in die Luft jagt bis hin zum durchgedrehten Moslem, der mit der Machete bewaffnet einen Menschen tötet und mehrere verletzt. Und was passiert nun? Die Medien überschlagen sich. Von einer Reportage zur Nächsten, von einer Talkshow zum nächstbesten Psychologen, alle lassen sie schlaue Worte hören, die leider meist nur leere Hülsen sind, ohne anscheinend wirklich zu ahnen, was in diesem Land los ist. Und was macht die Bevölkerung? Sie demonstriert und bildet Menschenketten? Macht Mahnwachen und Kerzenläufe? Fehlanzeige! ! Die Leute schimpfen und meckern leise vor sich hin, redlich bemüht nicht zu sehr aufzufallen und so als fremdenfeindlich zu gelten. Sie tun ihren Unmut in Internetforen kund, wo sie jederzeit wieder aus der Diskussion aussteigen können und unter der Anonymität eines Tastenterroristen schnell wieder ins rückgradlose Kriecherleben zurückzuhuschen, ohne Schaden davongetragen zu haben. Ein paar Menschen zünden dann doch Kerzen an und stehen schweigend da, ohne zu wissen, was man gegen die momentane Situation tun könnte.

Auch ich habe kein Mittel, diese Umstände auf die Schnelle wieder aus unserer Welt zu schaffen. Aber die Verschärfung des Waffengesetztes wird einen Amokschützen ganz offensichtlich nicht daran hindern, sich Waffe und ausreichend Munition zu besorgen. Wie es mir erzählt wurde, ist es gerade hier in der grenznahen Region leichter, sich mit Schusswaffen und Patronen einzudecken, als ein bestimmtes Ersatzteil für eine Fräsmaschine zu organisieren. Ersteres kann man locker innerhalb weniger Stunden über die Bühne bringen. Warum dann immer noch alle Grenzen sperrangelweit offen sind, entzieht sich meiner Logik. Anscheinend ist der Zwang „die Idee Europa“ aufrecht zu erhalten wichtiger, als ein paar Menschenleben, die halt nun mal bei einem solchen Anschlag ausgehaucht werden. Kollateralschäden nennt man sowas, soviel ich weiß.

Die Mittel, die die Medien wählen, um Erklärungen für solche Taten zu finden, sind meines Erachtens eher oberflächlich, als zielführend. Warum nimmt man die Politiker nicht endlich in die Pflicht? Gerade die Medien, die so mächtig sind und die Meinung der Bevölkerung nicht unerheblich beeinflussen, könnten Menschenmassen dazu  bewegen, auf die Straße zu gehen. Aber anscheinend ist es ihnen lieber, wenn ab und zu mal was passiert und sie ihre Schmierblätter volltexten können und jede Menge neue Sendezeit zu verprassen haben. Mit Interviews beim Psychologen, der dem Täter eine schwere Vergangenheit prognostiziert und mit viel Blabla belegt, dass der Massenmörder, der zehn Menschen erschossen und nochmal dreißig verletzt hat eigentlich ein ganz netter Junge ist, der nur durchgedreht ist, weil ihm die Abschiebung aus der Republik der goldenen Betten droht. Ist ja eigentlich auch nachvollziehbar und im Prinzip nur damit zu bekämpfen, indem man niemanden mehr abschiebt, sondern jedem ein Leben ohne Sorgen und Probleme bereitet, wo man nicht mehr arbeiten muss und sich ehrenamtliche Einfallspinsel um alle Probleme kümmern.

Weder die Verschärfung des Waffengesetzes, noch das Verbot von Ballerspielen werden etwas bringen. Das kann jeder, der sich ein Wenig damit befasst feststellen. Auch Facebookdiskussionen und psychologische Erklärungen tragen lediglich zur Gewissensberuhigung bei. Die einzige Möglichkeit, die uns dazu bringt, etwas zu bewegen ist, gemeinsam den Zusammenhalt zu demonstrieren und unsere Politiker bei ihrer Pflicht zu nehmen, tätig zu werden und das Volk zu schützen. Und zwar wirklich zu schützen und sich nicht hinter irgendwelchen Wortphrasen zu verstecken! Dazu gehört aber auch, endlich einmal das Rückgrat zu besitzen und zu seinen Fehlern zu stehen. Diese zuzugeben und schnellstmöglich an einer – funktionierenden – Lösung zu arbeiten. 

 

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