Fake News

 

Fake News

Was uns erzählt wird und was davon wir glauben wollen & sollen

In neuester Zeit liest man immer wieder über sogenannte Fake News und dass diese sehr gefährlich für unsere Demokratie seien. Was sind diese ominösen Fake News überhaupt? Im Allgemeinen werden damit Nachrichten – zumeist aus dem Internet – bezeichnet, die unwahre Aussagen über ein bestimmtes Thema beinhalten, um den Leser in eine bestimmte Richtung zu manipulieren. So wird zum Beispiel behauptet, Donald Trump hätte seine Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika nur gewonnen, weil er das Wahlvolk mit gezielten Falschmeldungen dermaßen manipuliert hat, dass diese nur noch die Möglichkeit sahen für ihn zu stimmen. Ob dies jetzt so ist oder nicht, entzieht sich meiner Urteilsfähigkeit, da mir über dieses Thema einfach nicht ausreichend sichere Informationen vorliegen. Klar, man kann sich darüber umfangreich im Internet belesen, verschiedene Fernsehsendungen oder Radiomoderationen konsumieren, doch den Wahrheitsgehalt dieser Berichte kann man im Prinzip nur entdecken, indem man sich auf verschiedene Medien in diversen anderen Ländern beruft. Dabei sollte man vielleicht nicht gerade China oder die Türkei wählen. Denn bei diesen Ländern ist es hinlänglich bekannt, dass sie wie einst die DDR oder das dritte Reich eine gewisse Propaganda zu ihren Gunsten initiieren.

Wenn mich ein Thema wirklich interessiert, bevorzuge ich Nachrichten der Öffentlich-Rechtlichen aus Deutschland mit denen aus der Schweiz und Österreich zu vergleichen. Geht es um internationale Ereignisse, dann ziehe ich auch gerne Informationen aus dem betreffenden Land und den angrenzenden Staaten vor. Aber auch bei Nachrichten aus Österreich und Schweiz muss man natürlich umfassend sondieren. So taugt zum Beispiel das Schweizer Boulevardblatt Blick so viel zur Auskunft, wie unsere Bild-Zeitung.

Was erhoffen sich die Ersteller von Fake News von ihrem Vorgehen?

Schon immer griff der Mensch auf überlieferte Informationen von anderen zurück. Alle Geschehnisse auf der ganzen Welt kann kein Mensch alleine einholen und verarbeiten. Daher informierte man sich bisher immer über Nachrichten im Fernsehen und dem Radio. Das gelesene Wort hatte immer einen noch höheren Stellenwert, da die Schrift über dem Gesagten stand. Dies alles hat sich mit der Integrierung des Internet gravierend geändert. So kann jeder irgendwelche Informationen verbreiten, dies recht spektakulär ausmalen, damit sie interessant sind und hoffen, dass sie sich schnell verbreiten. Leider ist es auch heute noch so, dass viele Menschen etwas lesen, sehen oder hören und dann unkontrolliert weitergeben. Dies hat bei einem kleinen Gerücht über den Nachbarn, der in der Unterhose seinen Müll rau bringt, keine weitreichenden Folgen. Geht es aber um Nachrichten über Gewalttaten, Verbrechen oder gar Kriege, kann dies für die ganze Bevölkerung weitreichende Folgen haben. Dazu gehört auch das Auslassen oder Verschweigen von wichtigen Informationen an das Volk. Hier kann das Internet hingegen wertvolle Dienste leisten. So bekamen Nachrichten über die Revolution in Frankreich nahezu keine Beachtung in den Medien, im Internet jedoch wurden sie zum Beispiel vom Deutschlandfunk verbreitet. http://www.deutschlandfunk.de/proteste-in-frankreich-die-revolution-der-jugend.724.de.html?dram:article_id=352787

Am ersten April wird traditionell in den Medien die Unwahrheit erzählt. Der sprichwörtliche Aprilscherz hat hierzulande Tradition und erfreut sich großer Beliebtheit. Auch ich befasse mich damit sehr gerne und veröffentliche auf dieser Homepage jährlich zum ersten April einen kleinen Spaß, der beim kritischen Leser recht schnell entdeckt wird. So wurde dieses Jahr zum Beispiel die neu errichtete Kehler Trambrücke aufgrund statischer Probleme gesprengt. Ein Bauzaun, ein Warnschild, das ich bei meinem letzten Spaziergang entdeckte und ein bisschen Photoshop und schon war die Sensation perfekt. Letztes Jahr informierte ich meine Leser über die Anbringung von Warnschildern in Kehl, dass es nicht erlaubt ist, in diesem Bereich Waffen zu tragen, was eigentlich für Kehl gar keine so schlechte Idee wäre. Und in einer vorhergehenden Information zum ersten April erklärte ich die Entdeckung eines UFOs zur Sensation. Allerdings steht dies – errichtet von Arbeitern der Stadt selbst – seit der Landesgartenschau 2004 zur Information über Wald und Bäume an der Rheinpromenade.

So war der Aprilscherz immer wieder eine gute Übung für die Informationskonsumenten, doch nicht alles einfach so zu glauben, wie es in der Zeitung steht oder über andere Medien berichtet wird. Doch leider ist die Flut der Informationen, die uns in der heutigen Zeit erreicht dermaßen unüberschaubar geworden, dass so manchem Leser die Kritikfähigkeit abhandengekommen ist. Wenn dann im Internet zum Beispiel eine solche unkontrollierte Information verbreitet wird – sagen wir mal ein Mann hätte seine Frau verprügelt – dann kann das schnell zu einer Hetzjagd gegen diesen Mann ausarten, der vielleicht nur seine Frau aufgefangen hat, als sie beim Fensterputzen aus dem ersten Stock gefallen ist und er sie blutend und weinend ins Haus getragen hat. Dann braucht man nur noch ein paar wutentbrannte Bürger, von denen es mittlerweile jede Menge gibt, die schon lange darauf warten, dass der „feine Herr“ negativ auffällt und schon haben wir einen lynchenden Mob, der den Mann am liebsten teeren und federn würde.

Und so ist es mit den Fake News nicht anders, als mit den Aprilscherzen. Man kann zwar was lesen, hören oder sehen, aber man sollte sich schon seine eigenen Gedanken machen, ob das alles stimmt, was da an einen herangetragen wird. So ist es sehr sinnvoll, verschieden Informationsquellen zu wählen und auch seinen – wie der Österreicher sagt – gesunden Hausverstand walten zu lassen.

In diesem Sinne – lasst Euch nicht für blöd verkaufen!

Euer Sepp

6. April 2017

Linkquelle: Deutschlandfunk

 

 

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