30er Zone

29.02.2016

Zone 30

Dreißigerzonen sind ein ganz probates Mittel, um die Verkehrsteilnehmer dazu zu bewegen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und noch aufmerksamer zu fahren. Jedem, der am Verkehr teilnimmt, leuchtet es ein, dass man mit erhöhter Vorsicht und verminderter Geschwindigkeit vorbei an Schulen und Kindergärten darauf zu achten hat, dass die jungen Verkehrsteilnehmer, welche noch nicht so geübt im Straßenverkehr sind, sicher von A nach B kommen. Also, gar keine so schlechte Idee, den Verkehr an Gefahrenpunkten zu verlangsamen,  damit man im Notfall schneller anhalten kann. Denn: geringe Geschwindigkeit = kurzer Bremsweg. So bekommt es jeder Fahrschüler schon in einer seiner ersten Fahrstunden beigebracht, damit er es immer wieder verinnerlichen kann.

Doch genau hier ist auch schon der Knackpunkt. Der geringere Bremsweg bei weniger Geschwindigkeit macht nur Sinn, wenn die Reaktionszeit nicht beeinträchtigt ist. Denn genau hier lauert dann auch die neue Gefahr. Wenn ich mich durch die ganze Ortschaft – und genau das ist der Plan von CDU und Grünen – mit 30 Stundenkilometern fortbewege, dann lässt meine Reaktionsgeschwindigkeit automatisch schon nach wenigen Metern erheblich nach, da ich mich nicht mehr so sehr auf den Verkehr konzentriere. Viel mehr widme ich mich dann doch anderen Dingen, wie zum Beispiel Nachrichten am Handy schreiben, neue CD für den Radio aussuchen, um das langweilige dahinsiechen mit Kriechgeschwindigkeit etwas angenehmer zu untermalen oder sich die Umgebung etwas genauer anzuschauen, denn das, was da auf einen zukommt, hat man schon längst registriert. Wenn dann wirklich eine Gefahr auftaucht, kann man diese dann leicht übersehen, da man gerade im Begriff ist, sich einer anderen Sache zu widmen. Kurz und gut: die Aufmerksamkeit ist dahin und somit auch die Verkehrssicherheit.

Sinn würde es machen, Gefahrenstellen so zu gestalten, dass sie offensichtlich sind. Und dies nicht an jeder Hofausfahrt, sondern an Stellen, die wirklich Gefahrenpotential beinhalten.

Und vielleicht sollte man den Menschen doch noch zutrauen, dass sie ein Fahrzeug mit 50 km/h steuern können, ohne gleich alles umzureißen. Vielmehr sollte dann eben auch eine entsprechende Konsequenz aus Geschwindigkeitsverstößen oder dem Überfahren von Zebrastreifen bei wartenden Personen erfolgen. 

 

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