10 wirklich wichtige Tipps

10 wirklich wichtige Tipps für Fotografen

zusammengefasst und aufgeschrieben von Josef Sommer

 

 

1.  Nerv nicht!

Zu allererst die Wichtigste und grundlegende Regel, die jedem – egal ob Fotograf oder Nichtfotograf – das Leben um einiges erleichtert: bedeutungslos, was für ein toller und kreativer Fotograf Du bist, geh deinen Mitmenschen nicht auf die Nerven, indem du dich nach vorne drängelst oder bei einem Konzert mit dem Tablet als Fotoapparat unzähligen Zuschauern die Sicht versperrst. Ein anständiger Fotograf verhält sich rücksichtsvoll und vor allen Dingen respektvoll gegenüber seinen Mitmenschen und seiner Umwelt! Die sensationsgeilen Straßenblockierer und Rempler, die auf der Jagd nach dem spektakulärsten und sensationellsten Bild auf dem Karnevalsumzug die bonbonfangenden Kinder unter den Hexenwagen schubsen, brillieren meist mit verwackelten Fotos auf denen abgeschnittene Köpfe zu sehen sind. Und irgendwann kapiert die Menschheit auch, wie viel Genuss eines Konzertes sie sich selbst raubt, wenn sie jede Minute filmend das Handy in die Höhe reckt.

 

2.  Fotografiere nur, wenn Du die Muse dazu hast

Die schlechtesten Bilder machst Du dann, wenn Du Dir vornimmst: „heute MUSS ich ein paar supertolle Fotos knipsen“. Das wird nix!!

Fotografieren ist eine Gefühlssache, alles andere nenne ich lediglich knipsen. Nur, wenn der innere Frieden stimmt und Du auch wirklich in der Laune bist, solltest Du losziehen. Dabei ist es allerdings egal, ob Du super gut gelaunt, oder traurig bist. Ich habe festgestellt, dass es ein sehr befreiendes Gefühl ist, bei  trauriger Stimmung das Equipment zu packen und ein paar Stunden kreativ zu sein. Dann sollte man allerdings nicht versuchen, eine fröhliche Situation in Szene zu setzen.

Lieber lasse ich mal die Kamera zu Hause und geh einfach so spazieren. Auch wenn man zu Beginn immer wieder mit der Angst zu kämpfen hat, gerade heute ein supertolles Foto zu verpassen, weil man gerade jetzt nichts dabei hat. Aber dieses Gefühl legt sich mit der Zeit, wenn man einmal verinnerlicht hat, wann der richtige Zeitpunkt ist und wann man lieber alles zu Hause liegen lässt. Dafür wird man dann mit umso schöneren Fotos belohnt, wenn man nur dann mit der Kamera loszieht, wenn die Voraussetzungen stimmen und man auch wirklich Muse dazu hat.

 

3.  Nehme keine Uninteressierten mit zum Shooting

Da will man mal in Ruhe ein paar Bilder machen und die Begleitung ist ständig am Fragen, wann es denn endlich weiter geht. Oder Du willst Dich auf das Fotografieren konzentrieren und bekommst andauern Fragen gestellt, ob Du nun wirklich diese Blume zum siebenundzwanzigsten Mal  ablichten musst. Zum einen ist Deine Begleitung völlig genervt, weil Du Deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes fokussierst und zum anderen kannst Du Dich nicht richtig Deiner Aufgabe widmen, weil Du Dich ständig gedrängelt fühlst. Was dabei raus kommt, sind nicht selten verwackelte, unscharfe und einfach unschöne Fotos, die nach einmaligem Anschauen auf dem Speicherplatz im Rechner versauern.

4.  Nehme Dir Zeit

Schnell mal ein paar Fotos mit dem Handy knipsen? Klar, kann da mal was dabei rauskommen, das man zeigen will und kann. Aber die wirklich guten Bilder entstehen, wenn man sich die nötige Zeit nimmt, Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit genau aufeinander abzustimmen und eben auch den richtigen Zeitpunkt abwartet. Auch wenn man im Atomatik-Modus fotografiert, fängt man nur dann das richtig gute Bild ein, wenn man den optimalen Zeitpunkt erwischt und nicht einfach mal schnell ein Bildchen schießt. Also immer schön ausreichend Zeit einplanen und auch einmal erst das Umfeld in sich aufnehmen, bevor man loslegt.

 

5.  Wähle Dein Equipment sorgfältig

Was brauchst Du wirklich? Was sind deine Motive? Lass Dir nicht irgendeinen Quatsch aufdrängen, sondern informiere Dich im Vorfeld im Internet, was man für welche Bilder benötigt. Wer nur Landschaft fotografieren will, braucht kein Makroobjektiv. Wer nur ein paar Schnappschüsse machen will, muss keine Mark III für 2.500 € kaufen. Bedenke auch, je mehr Du hast, desto sperriger wird Dein Gepäck. Wer in den Felsen klettert, wird sich nicht gerade zehn Kilo Equipment auf den Rücken schnallen. Im Gegensatz nehme ich aber schon die komplette Ausstattung mit, wenn ich hochwertige Bilder an einem ausgewählten Platz machen will. Für Anfänger reicht sicherlich eine gute Komplettkamera, die viele Möglichkeiten abdeckt. Erst im Laufe der Zeit wirst Du herausfinden, welches Deine Stärken sind und was Du gar nicht so gerne und gut fotografierst. Das kann locker auch mal ein paar Jahre dauern, bis Du das rausgefunden hast. Erst dann würde ich mich spezialisieren und das dazugehörige Equipment kaufen.

 

6.  Plane im Voraus

Überlege, welche Motive Du einfangen willst und wofür Du die Bilder überhaupt machst. Sollen es Bilder für ein Fotoalbum werden oder gar für ein großes Wandbild im Wohnzimmer? Dann schau Dich doch einfach vorher im Internet um, was andere so fotografieren und wie sie es in Szene setzen. Mach Dir dazu Gedanken und werde kreativ. Wenn möglich, frage die anderen Beteiligten, wie sie gerne gezeigt werden wollen oder am besten erarbeitet zusammen ein paar Ideen.

Dazu ist es aber auch noch sehr ratsam, wenn man sich schon im Vorfeld mit seiner Kamera auseinandergesetzt hat und die wichtigsten Funktionen kennt. Wer Delfine fotografieren will, sollte nicht erst noch an der Kamera herumsuchen müssen, wie jetzt was funktioniert. Bei solchen Gelegenheiten muss  es fix gehen!

 

7.  Ändere Deine Perspektive

Im Stehen fotografieren und das alles mit Licht von hinten. Superlangweilig! Solche Fotos macht jeder und was man wirklich nicht will, sind Bilder vorzuzeigen, die schon tausend Mal – nur mit anderen Personen - gesehen wurden. Fotografiere von oben, leg Dich auf den Boden und spickle durchs Gras. Spiele mit Licht und Schatten. Du wirst überrascht sein, was Du alles zustande bringst, wenn Du mal aus dem gewohnten Schema ausbrichst.

8.  Bearbeite mit Sorgfalt

Das Bearbeiten der Bilder nimmt unter Umständen so viel Zeit in Anspruch,  wie das Fotografieren… wenn man gute Resultate erzielen will. Natürlich kann man alles so belassen, wie es geworden ist, oder am besten so fotografieren, dass es sofort perfekt ist, aber das ist in den meisten Fällen suboptimal. Daher macht es schon Sinn, sich ein – auf seine Ansprüche angepasstes – Bearbeitungsprogramm zuzulegen. Die richtig guten, aber leider etwas teuren Programme sind Photoshop (ca. 70 €) und Lightroom (ca. 110 €). Aus meiner Erfahrung kann ich aber auch das kostenlose und recht einfache Programm Picasa 3 wärmstens empfehlen. Egal, für welches Programm Du Dich entscheidest, kannst Du auch hier Deine Kreativität ausleben und mit der Zeit jede Menge Funktionen finden.

Übertreibe es aber nicht mit dem Bearbeiten. Ich habe schon Herbstbilder gesehen, da musste ich befürchten, einen Farbenflash zu bekommen. Setzte die vorhandenen Mittel gezielt und bewusst ein, dann bekommst Du auch entsprechende Resonanz.

 

9.  Veröffentliche nicht alles

Nicht jedes witzige Bild findet jeder witzig. Auch Familienfotos erfreuen nicht alle, wenn sie auf Facebook publik gemacht werden und einmal gezeigt, nie mehr aus dem Internet verschwinden, da sie jeder runterladen und woanders veröffentlichen kann, auch wenn Du Dein Foto schon wieder aus dem Netz genommen hast. So kann ich von einem Fall berichten, in dem ein ahnungsloser, argloser Internetuser hocherfreut über sein tolles Foto von der lieben Oma sich keine Gedanken machte und dieses Bild in einem Internetportal postete. Der Gegebenheit, dass die Oma mittlerweile schon etwas älter geworden ist und die Frisur gerade vom Wind zerzaust war, hat dieser junge Mann keine hohe Priorität eingeräumt. Die Exfrau eines Onkels  - von dem die Oma die Mutter ist – jedoch fand dieses Bild äußerst bedenklich und machte Enkelkinder und Verwandte völlig unsicher, da die Oma ja offensichtlich schon sehr alt und kränklich wäre. Dies hatte in diesem speziellen Fall weitreichende Folgen und endete in bitterem Streit, welcher bis heute nicht beigelegt ist. Sei Dir also Deiner Verantwortung bewusst, wenn Du Bilder im Internet veröffentlichst, irgendwo aushängst oder anderen zeigst. Du könntest andere Menschen damit sehr verletzen, obwohl Du es überhaupt nicht willst.

Und denke immer daran: wenn Du ein Foto bei Facebook oder einem anderen Portal hochlädst hast Du automatisch Deine Eigentumsrechte übertragen. Viel besser ist da eine eigene Homepage mit dazugehörigem Disclaimer, in dem die Rechte eindeutig beschrieben sind und auch Konsequenzen angedroht werden. Ein Hinweis auf das Copyright auf jedem einzelnen Bild, wie ich es bei den neueren Bildergalerien oder den Bildern auf dieser Unterseite habe, ist sicherlich auch förderlich.

Auf dem Bild rechts ist zu sehen, wie schnell ein veröffentliches Bild geliked, geteilt und kommentiert wird und du so recht fix die Kontrolle über Verbreitung und Verwendung deines einstigen Eigentums verlierst. Dies sollte immer bedacht werden, wenn man seine Kunstwerke irgendwo im Internet veröffentlicht.

10.  Mach es mit Spaß

Dies ist zwar der letzte meiner Tipps, aber dafür einer der wichtigsten! Man sieht es Deinen Bildern an, ob Du sie unter Zeitdruck oder Zwang gemacht hast. Die Resultate sind meist sehr ernüchternd. Setzte  Dich nicht allzu sehr unter Druck, sondern lass die Freude dein Focus sein. Dann werden die Bilder auch entsprechend ansprechend. Hinzu kommt natürlich noch, dass Dein Umfeld bemerkt, wenn Du verbissen zu Werke gehst. Ein freundlicher und fröhlicher Fotograf kann sicherlich mehr lachende Gesichter ablichten, als einer der grimmig schaut.

Und nun viel Spaß beim Fotografieren!

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